1-sany1865Gestalte das Zusammensein mit deinem Pferd mit Spaß und Freude – jeder Tag bringt neue Erfahrungen und Lernmöglichkeiten.

Für Pferd und Mensch – für eine wunderbare Pferd-Mensch-Begegnung – für eine echte Partnerschaft.

Auch wenn Basisübungen auf dem geschlossenen Reitplatz erarbeitet werden, die meisten Reize erhält ein Pferd im freien Gelände. Wer ein sicheres und zuverlässiges Reitpferd möchte, ist gut beraten, so oft wie möglich gemeinsam mit seinem Pferd all die „Monster“ in freier Wildbahn kennenzulernen. Dies braucht Zeit, je besser das Vertrauen zwischen Pferd und Mensch ist, desto einfacher kann man sich hier Schritt für Schritt vortasten. Ich sehe es auch als unsere menschliche Pflicht, einem Fluchttier hier zu helfen, damit es vertrauensvoll lernen und ein Selbstbewusstsein entwickeln kann. Solche Pferde denken unterwegs mit und machen eigene Vorschläge, das Pferd wird zum Partner des Menschen. Dann erfahren wir eine Pferd-Mensch-Begegnung, die für mich der Himmel auf Erden ist.

Der Weg dahin ist lang und sollte nicht mit Druckmitteln aller Art abgekürzt werden. Manche Pferde lernen sehr schnell, einige brauchen mehr Zeit, um all die Reize und Anforderungen verarbeiten zu können. Pferde, die eine Aufgabe gelernt und verstanden haben, reagieren ganz anders als diejenigen, die durch psychischen Druck mit der Folge des Aufgebens etwas tun oder zulassen.

Der ursprüngliche Gedanke des Horsemanship existiert bei vielen Trainern überhaupt nicht; hier wird auf moderne Weise, unter dem Deckmantel eines wohlklingenden Namens, viel Gewalt und psychischer Druck auf die Pferde ausgeübt.

Wer sein Pferd wirklich bedingungslos liebt und es ihm auch jeden Tag im Umgang mit ihm aufs Neue zeigen kann, wer bereit ist, sich täglich neu auf die emotionalen Befindlichkeiten seines Pferdes einzustellen und diese zu berücksichtigen, dieser Mensch erhält in meinen Augen das größte Geschenk überhaupt – ein Fluchttier, das ihm 100%ig vertraut.

Wenn Turnierpferde in diesem Sinne auf einem Reitplatz arbeiten könnten, würde man mit Sicherheit mehr Glanz in ihren Augen sehen und nicht so viele verspannte, gedemütigte Tiere bewundern können. Gleichzeitig bin ich überzeugt davon, dass es durchaus Pferde gibt, die den Trubel eines Turniers oder einer Rennbahn lieben. Ich denke an die Stute Halla, die es liebte, ein Springpferd zu sein.

Ich wollte schon mein ganzes Leben lang der Welt zeigen, dass man ein Pferd gewaltlos ausbilden kann. Liebevolle Konsequenz, eine tiefe, ehrliche Liebe zum Pferd und die ständige Bereitschaft zur eigenen Persönlichkeitsentwicklung sind hierfür die Voraussetzung. Die Pferde spiegeln es einem jeden Tag zurück.

Ich habe mein Pferd auch mit Stimme ausgebildet. Für den täglichen Umgang in Kombination mit Körpersprache, unterschiedlichen Führpositionen und Berührungen gab es Worte. Für das spätere Reiten war dies ein großer Vorteil, denn mein Pferd kannte von Fohlen an diese Bedeutungen, die später eine echte Lebensversicherung werden sollten. Entspanntes Stehenbleiben und Durchatmen sind ebenfalls wichtige Schlüssellektionen in der Arbeit mit Pferden. Natürlich kommunizieren Pferde ohne Worte. Ich bin aber ein Mensch und meine Stimme ist eine wunderbare Brücke in der Kommunikation mit dem Pferd.

Das Gelände ist die Königsdisziplin für Pferd und Mensch. Hier zeigt sich, ob eine echte Verbindung zwischen Mensch und Reiter besteht. Ob zu Fuß oder beim Reiten spielt keine Rolle. Gerade hier ist die Stimme ein wichtiges Hilfsmittel.

Man sollte grundsätzlich kein Pferd zwingen, Dinge zu tun, die es verweigert. Im besten Falle kommt es überhaupt nicht dazu. Hierbei liegt es meistens am Menschen selbst, da wir oft eine unvorhergesehene Situation nicht einschätzen können und durch die aufkommende Angst das Szenanrio noch verstärken.

Unser Stall lag ganz in der Nähe einer Renntrainingstrecke. Da vorbeizukommen, war schon in der Jungpferdezeit eine echte Herausforderung. Ich habe mit meinem Pferd geübt, in völliger Entspannung, anfangs nur Sekunden, später auch mal 5 Minuten lang, neben diesem Rennpferdetraining auszuhalten. An dieser Stelle ging so manches Pferd durch. Ich wollte es nicht erleben. Wenn ich beobachte, wie Reiter an Weiden mit galoppierenden Pferden an ihrem Tier herumzerren, ist das kein schöner Anblick. Hier hatte ich anfangs auch Hilfe. Mit einem jungen, aufgeregten Pferd außerhalb des Stallgeländes zu arbeiten, kann alleine zu einem echten Abenteuer werden. Und es war ein tägliches Training für mich selbst. Wie ruhig bin ich wirklich? Das Pferd spiegelt uns, ob wir es uns nur einreden oder wirklich ruhig und präsent sind.

Lebe die Liebe und Freude mit deinem Pferd.

Ein Beispiel für unseren ganz persönlichen Spaßfaktor zeige ich hier mit meiner verstorbenen Stute Bonnie, die schon seit dem Jahr 1995 meine Seelengefährtin ist. Ihr Seelenname ist Haliba.

Entspanntes Spazierengehen gehört für mich neben Ausritten in der gemeinsamen Zeit mit dem Pferd immer dazu. Das gemeinsame „laufen/bewegen“ hat in der Psychologie der Pferde einen wichtigen Stellenwert. Es ist eine besondere Erfahrung, so miteinander Zeit zu verbringen, die viele kostbare Momente bietet.

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Hier hänge ich mich an den Schweif meines Pferdes und lasse mich im Trab einen Pfad bergauf ziehen.

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Meine Stute liebte es, sich zu präsentieren. Sie vergaß einfach manchmal, dass sie kein Hengst war. Ich hatte ihr bereits im Alter von 2 Jahren den Spanischen Schritt beigebracht, und sie liebte diese Übung. Leider gibt es hiervon keine Fotos. Kurz vor ihrem Tod mit 16 Jahren schenkte sie mir eine wunderschöne Traversale an der Hand auf dem Reitplatz. Dieser magische Moment dauerte nur wenige Minuten, er war völlig ungeplant, nur für uns beide bestimmt. Auch hier gab es keinen Fotografen.

Mein Weg war damals schon anders. Aber noch nicht anders genug. Heute träume ich davon, mit einem Pferd ohne Strick, in purer Verbindung frei durch den Wald zu laufen. Wenigstens auf unseren großen Weiden konnten wir dieses unbeschreibliche Glück genießen.

Wir befinden uns im Jahr 2018, ich lehne jegliches Training, das nicht die Freiwilligkeit und Freiheit des Pferdes im Fokus hat, ab. Ein zentrales Thema, das im Zusammensein mit Pferden völlig außer Acht gelassen wird, ist die Auswirkung des menschlichen Energiefeldes auf ein Pferd. Wir Menschen lernen das im Umgang mit dem Pferd nicht. Dies hat zur Folge, dass bereits die erste menschliche Begegnung dem Pferd gegenüber oft sehr respektlos ist. Seit 2008 entwickle ich mich auf dem Gebiet der energetischen Heilarbeit weiter. Mit den Erkenntnissen der Energiearbeit erhält mein Schwerpunkt über die Psychologie des Pferdes eine ganz neue Dimension.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Mensch selbst. Wo liegt der Schatz in der jeweiligen Pferd-Mensch-Begegnung?

In Erinnerung an meine wunderbare Stute

Als mein Pferd 2011 starb, blieb eine tiefe Traurigkeit in mir zurück.

sany0006-1Die Trauer um Bonnie-Haliba war so groß – manchmal hatte ich das Gefühl, nie wieder lachen zu können.

Ich denke oft an Haliba: Ihr Wiehern, wenn sie mich sah, das weiche Fell. Eine Verbindung, die ich nur mit ihr fühlen konnte, von Seele zu Seele.

Die Erinnerung ist so lebendig, sie mit ihrer Herde (etwa 10 Pferde) auf der Weide zu beobachten. Ich war dann ein Teil dieser Herde. Es war Magie, wenn morgens noch alles schlief, die Natur langsam zu erwachen begann. Diese Stille auf den Feldern und im Wald. Das Gefühl der Verschmelzung mit „allem, was ist“ – das habe ich nur in ihrer Welt erfahren.

Ich wünsche mir eine Welt, in der Heartbuilding mehr zählt als Bodybuilding.

 

Von Herzen, in tiefer Liebe für die Pferde,

Sylvia Soraya Nourney

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DéuDoula, Hypno-Coach,
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