Mein Fokus liegt auf dem Umgang mit dem Pferd – wie ist die Verbindung zum Menschen – wie ist die Haltung – wie wird mit ihm gearbeitet – dürfen Trainingsmethoden verändert werden.

Seit einigen Jahren wird die Pferdewelt von allen Seiten mit der “wahren Verbindung” zum Pferd konfrontiert. Das ist auch gut so, denn nur so hat der Wandel auch in der Pferdewelt eine Chance, die bitter nötig ist. Vor 30 Jahren hat leider niemand zuhören wollen und jetzt glauben so Einige, sie hätten das Rad neu erfunden.

Was heißt das überhaupt? Was ist denn die “wahre Verbindung”?

Wer sein Pferd wirklich bedingungslos liebt, hat diese Herzverbindung in seinem tiefsten Inneren. Pferde spüren das und zeigen es auch. Die Frage ist doch, wie kann man eine achtsame Verbindung im Alltag, in der gemeinsamen Zeit mit dem Pferd aufrechthalten, die Signale des Pferdes erkennen, um sofort darauf reagieren zu können?

Ich beschäftige mich seit 40 Jahren mit der Psyche des Pferdes und vertrete Zeit meines Lebens einen ganzheitlichen Ansatz. Die achtsame Begegnung, die Verbindung zum Pferd ist die Grundvoraussetzung für alles, damit unser Pferd überhaupt mit uns zusammen sein möchte. Sie ist definitiv kein Abzeichen, das einmal erworben wird, damit automatisch vorhanden ist und in irgendeiner Schublade verstaubt. Ein zentrales Thema ist hierbei die Auswirkung des menschlichen Energiesystems auf ein Pferd. Wir Menschen lernen das im Umgang mit dem Pferd nicht. Seit 2008 entwickle ich mich auf dem Gebiet der energetischen Heilarbeit weiter. Mit den Erkenntnissen der Energiearbeit erhält mein Schwerpunkt über die Psychologie des Pferdes eine ganz neue Dimension.

Viele Kinder haben diese Verbindung zu Pferden instinktiv, auch bei mir war das so. Ich bin schon als Kind daran verzweifelt, was mit Pferden so gemacht wurde. Ich konnte die Verzweiflung vieler Pferde damals schon fühlen.

Es gehört Einiges dazu, diese Verbindung im Alltag mit dem Pferd, in jeder Minute, leben zu können. Dazu braucht es Aufmerksamkeit und Übung. Was der Mensch hierbei lernen muss, ist die Verhaltensweisen von Pferden verstehen zu können. Das wiederum setzt voraus, dass ich die individuellen Bedürfnisse eines Pferdes kenne und ob seine Haltung überhaupt artgerecht ist. Denn auch das signalisieren uns Pferde.

Es gibt Trainingsmethoden ohne Ende. Schalten wir mal einen Gang zurück und machen uns bewusst, dass die Schöpfung all ihre Wesen perfekt ausgestattet hat, um ihre Bestimmung leben zu können.

Dazu braucht es grundsätzlich erst einmal kein Training dieser Welt.

herdeFür das Bewegungstier Pferd, seine physische und psychische Gesunderhaltung kann artgerecht nur bedeuten: Eine richtige Fohlenaufzucht und auch danach viel Bewegungsanreiz auf großen Flächen im Herdenverband. Im verregneten Sommer genauso wie im Winter. Nicht in Abhängigkeit vom Wetter….

Tiergerecht ist noch lange nicht artgerecht! Man beruft sich oft auf EU-Richtlinien auf kleinstem Niveau.

Was das natürliche Bedürfnis eines Pferdes ist und damit auch eine wirklich artgerechte Haltung, lernen wir im Umgang mit Pferden kaum. Was wir im Umfeld an Pferdehaltungen zu sehen bekommen, ist sehr oft nicht pferdegerecht. Es hat Auswirkung auf alle Bereiche im Pferdeleben.

Die Gesellschaft nimmt es als gegeben hin, was fast alle so machen wird schon richtig sein.

Dies hat zur Folge, dass es tolle Anlagen für das menschliche Reiterherz gibt. Wenn Pferde dann auf Paddocks stundenlang (3 Stunden und länger sind da keine Seltenheit) ohne Beschäftigung und Futterangebot wie Äste und Heu herumstehen, ist das nicht artgerecht. Es ist gesundheitsschädlich aufgrund der langen Fresspausen, der Haltung des Körperschwerpunktes, zu wenig Bewegung, etc. Damit die Pferde nicht zu dick werden, wird ihnen Heu entzogen. Leider gibt es immer noch Tierärzte, die diese Haltung absegnen. Ich habe hier viele Kunstfehler erlebt. Es geht hier auch nicht um Futter zum Überleben, sondern um die Möglichkeit des Kauens, ein elementares Bedürfnis für Pferde. Richtiges Füttern ist ein Thema für sich, darauf gehe ich hier nicht ein. Da ich durch meine Kundschaft immer wieder mit Radikaldiäten konfrontiert wurde, möchte ich kurz darauf hinweisen.

Radikaldiäten machen ein Pferd noch kränker, als es ohnehin schon ist. Die Psyche des Pferdes wird dabei nicht beachtet, vor allem, wenn es aus der Herde genommen wird. Solche Pferde leiden stumm vor sich hin oder werden aggressiv. Wenn Pferdebesitzer sich gegen solche Anweisungen vom Tierarzt wehren, werden sie als Tierquäler beschimpft, was ich auch schon erlebt habe. Es gibt Pferdebesitzer, die ihr Pferd bis zum Anschlag mit Zusatzfutter vollstopfen. Es gibt aber auch die anderen, die sich eine sinnvolle und machbare Unterstützung mit dem Tierarzt wünschen, was leider immer noch selten ist. Es spielen viele Faktoren in der möglichen Umsetzung eine Rolle, man kann sich sein Pferd ja nicht auf den Balkon stellen. Nicht zu vergessen ist dabei die Fütterungspraxis der Pensionsbetreiber, die auf Nachfragen oft sehr empfindlich reagieren. Hier gilt oft das Motto, “ich habe das schon immer so gemacht, Veränderungen sind nicht erwünscht.” Als Pferdehalter steckt man hier in einer großen Abhängigkeit fest.

Als mein Pferd mit 11 Monaten in Deutschland ankam, ein Gestüt mit scheinbar guter Jungpferdeaufzucht, erlebten wir eine Katastrophe nach der anderen. Ich recherchierte schon vor der Ankunft, was diese Rasse auf keinen Fall fressen darf. Auf meine Bitte hin, die Pferde mit unterschiedlichem Futterbedürfnis auch getrennt zu füttern, bekam ich die Antwort: “Wenn es dir hier nicht passt, kannst du ja in den Schweinestall mit deinem Pferd umziehen.” Der Tierarzt hatte sich nicht getraut, Stellung zu beziehen. Er wurde ganz offiziell damit erpresst, auf diesem Gestüt doch weiterhin die Pferde behandeln zu dürfen. Diese Situation ist kein Einzelfall!

Dann wird ständig trainiert, das Pferd muss ja fit bleiben, der Reiter ist im Stress zwischen Arbeit, Familie und Stall. Wie soll denn da wirkliche Entspannung aufkommen?

Es wird Zeit, auf die oftmals nicht artgerechte Pferdehaltung hinzuweisen, die zu psychisch und physisch kranken Pferden führt. Aber bitte mit einem ganzheitlichen Blick, denn hier haben “alle” eine Verantwortung für das Wohl der einzelnen Pferde.

Ein Pferd liebt es, wenn man sich die Zeit nimmt, mit ihm “nichts zu tun”, d.h. nichts aktiv tun zu wollen, einfach nur da zu sein, mal zu sehen, was sich so ergibt. Genießen Sie seine Anwesenheit auf dem Reitplatz oder auf der Weide, wo es sich wohl fühlt. Gehen Sie ohne Erwartung zum Pferd.

Genau hier liegt das Problem von uns Menschen. Wir können nicht mehr “nichts tun”, da wir im Alltag ständig am Rennen sind.

In meiner Zeit als Tierphysiotherapeutin lag mein Schwerpunkt im Bewegungstraining. Ich unterrichtete zusätzlich in den Lektionen “Arbeit an der Hand” und “Freiarbeit”. “Ein Organismus lebt, weil er sich bewegt”, und kann nur gesund bleiben, wenn er sich möglichst physiologisch bewegt! Pferde sind Lauftiere, die ständig Bewegung brauchen. Daher hatte ich in meiner Arbeit nicht so sehr den Fokus auf Physio”therapie” gelegt.

Ein Pferd kann sich nur physiologisch bewegen, wenn es vom Kopf her frei sein darf und verstanden wird. Viele Muskelprobleme mit all ihren Folgeerscheinungen entstehen durch den Faktor Stress, gerade auch durch die Haltung und falsch verstandenes “Dominanztraining”. Die Pferde werden oft großem Druck ausgesetzt und sollen hier nur noch “funktionieren”.

Um mit einem Menschen arbeiten zu wollen, braucht das Pferd Klarheit, Sicherheit und Vertrauen. Grenzen setzen und Grenzen achten. Ohne Machtmissbrauch. Erziehen in Liebe und Klarheit, damit ein harmonisches Miteinander gelebt werden kann, im Sinne von Verstehen. Auch hier gilt für das Training, manchmal ist “weniger” “mehr”.

Eine richtige Grundausbildung für alle Pferde ist Pflichtprogramm. Dazu braucht es viel Zeit, Geduld, kurze Lerneinheiten, viel Loben, auch mit der Stimme, Freude in der Begegnung mit dem Pferd, eine tiefe Liebe zu ihm und das Gefühl, diesem Wesen zu vertrauen. Und die nötige Achtsamkeit bis zum Rentenalter, ob das Pferd heute gut drauf ist, ob es mit mir arbeiten möchte, was ich evtl. tun kann, um es davon zu überzeugen. Eigentlich weiß das inzwischen jeder, die Realität sieht leider oft anders aus. Es ist ein großes Übel unserer Zeit, dass viele Pferde nicht so angenommen werden, wie sie sind. Pferde wissen sehr genau, was sie brauchen. Weiß der Mensch auch, was er braucht?

Pferde kann man im Alter von 2 Jahren bereits spielerisch vorbereiten, es fördert das Vertrauen zu sich selbst und zum Menschen enorm. Die meisten Reize erhält das Pferd in der Natur, sie ist der größte und natürlichste Spielplatz überhaupt Link.

Bevor ein Pferd seine “Ausbildung” erfährt, sollte die Beziehung zum Menschen aufgebaut sein. Erst wenn das Pferd sich freiwillig der Führung seines Menschen anvertraut, ist es dazu auch bereit. Wie erreicht man das? Für mich haben Spaziergänge im Gelände schon immer großen Stellenwert erhalten. Auch für Reitpferde sollte hier ein entsprechendes Gleichgewicht bestehen. Ohne mir damals darüber so richtig bewusst gewesen zu sein, habe ich damit ein wichtiges Element in der Pferdeausbildung umgesetzt. Ich machte das schon immer, es fühlte sich einfach richtig an. Mit misshandelten Pferden bin ich grundsätzlich lange spazieren gegangen. Ich hatte kein Bedürfnis darauf, abgeworfen zu werden oder irgendjemandem etwas beweisen zu wollen.

Bei meinem Pferd nahmen die Spaziergänge durch die Lungenproblematik deutlich mehr Raum ein als das Reiten. Damit unsere Ausflüge zu Fuß nicht langweilig wurden, habe ich immer wieder die Führungspositionen gewechselt. Dadurch habe ich für abwechselnde Körperbewegungen gesorgt, was in der natürlichen Herdenstruktur von elementarer Bedeutung ist. Pferde beeinflussen sich dadurch gegenseitig, bauen eine starke Bindung zueinander auf und lernen auf diese Weise, den anderen (Pferd oder Mensch) einzuschätzen. Unsere Verbindung war 100%ig, wir konnten uns beide vertrauen. Sonst hätte ich mich niemals im Trab an den Schweif meines Pferdes gehängt.

Nur wenn wir mit dieser Achtsamkeit dem Pferd begegnen, können wir uns auch mit ihm “verbinden”. In meiner Arbeit mit dem Pferd und seinem Menschen geht es immer wieder darum zu erkennen, was das Pferd braucht, wenn etwas nicht funktioniert. Hier liegen viele Missverständnisse. Wenn der Mensch diese erkennt und mit dieser Erfahrung seinem Pferd begegnet, wird sein ohnehin schon vorhandener Draht zu einer “wahren Verbindung”.

Das verändert einfach alles.

Gerne begleite ich dich ein Stück dieses Weges, die Freude in deiner Pferd-Mensch-Begegnung sichtbar zu machen.

Mit unterstützender energetischer Heilarbeit gebe ich Raum für Möglichkeiten. Kein “Tun”, sondern ein “Geschehen lassen”.

“Manchmal muss erst Heilenergie fließen, einfach so, ohne Erwartungen und ohne sichtbaren Erfolg, damit etwas heilen und sich verändern kann.”

Genaugenommen ist meine Arbeit in der Pferd-Mensch-Begegnung eine Heilungsreise für Pferd und Mensch.

Sylvia Nourney

SANYO DIGITAL CAMERA  Heilraum für eine “Achtsame Pferd-Mensch-Begegnung”, Ganzheitliche Beratung, Energetische Heilarbeit